Der wildeste und gefährlichste Abschnitt der Großen Mauer bei Peking – ein Abenteuer für echte Entdecker 🇨🇳
Jiankou zeigt die Chinesische Mauer von ihrer ursprünglichsten Seite: Überwucherte Ruinen ziehen sich über messerscharfe Bergrücken. Im Gegensatz zu den ausgebauten Touristenabschnitten wie Badaling oder Mutianyu ist hier alles rau, wild und unberührt. Reisende berichten, dass man hier ein absolut authentisches Ambiente erlebt: Die Mauer schlängelt sich dramatisch über unberührte Berge, verfallene Wachtürme ragen über steilen Abgründen – und weit und breit keine Menschenseele oder lärmende Reisegruppen.
Viele Wanderer bezeichnen die Tour bei Jiankou als die beeindruckendste – und gleichzeitig anstrengendste – Wanderung ihres Lebens. Tatsächlich ist diese Route extrem: Man kraxelt teils auf allen Vieren über bröckelnde Steinstufen empor, der Schweiß strömt – doch sobald man sich umsieht, verschlägt einem der Anblick den Atem. Die Mauer zieht sich endlos über die grünen Gipfel – ein wahrhaft episches Panorama. “Es war nicht einfach nur eine Wanderung, es war ein Ausdauer- und Willenstest”, erzählen begeisterte Teilnehmer über ihr Erlebnis.
Dieser Abschnitt wurde nie restauriert: Viele Teile sind verfallen, der Pfad führt oft haarscharf am Abgrund entlang. Es gibt keine Geländer, keine Seilbahnen, keine Wachen. Offiziell ist das Betreten der Jiankou-Mauer aus Sicherheits- und Denkmalschutzgründen verboten (Schilder weisen vor Ort darauf hin). Dennoch lassen sich Abenteurer davon nicht abhalten – sie kommen auf eigene Gefahr, um die Herausforderung und die Einsamkeit zu erleben. Auf den steilsten Passagen – etwa der berüchtigten „Himmelsleiter“ mit 70-80° Steigung oder dem Abschnitt „Adler fliegt nach oben“, so hoch, dass angeblich selbst ein Adler nur senkrecht hinaufkäme – ist größte Vorsicht geboten (und am besten Erfahrung im Klettern).
Eine beliebte Route führt von Jiankou zum restaurierten Abschnitt Mutianyu, rund 10 Kilometer. Diese Tour (ca. 4–6 Stunden) zeigt eindrucksvoll den „Wandel“ der Mauer von ruinös-wild bis makellos renoviert. Viele Reisende schwärmen von der Jiankou–Mutianyu-Wanderung: Sie ist zwar beschwerlich, aber unvergleichlich lohnend. Man beginnt in völliger Wildnis und endet an einem ausgebauten Teil mit Ausgängen und Shuttles. Beachten Sie: In den letzten Jahren haben die Behörden begonnen, die südlichen Enden der Jiankou-Mauer bei Mutianyu etwas instand zu setzen:contentReference[oaicite:38]{index=38} – das „Wilde“ wird an diesem Rand allmählich weniger.
Unten im Tal dient das Dorf Xizhazi als Basislager für Jiankou. Hier betreiben Bauern einfache Gästehäuser und Küchen. Nach dem anstrengenden Aufstieg können Wanderer sich mit ländlichen Spezialitäten stärken – Wildpilzeintöpfe, handgezogene Nudeln und andere hausgemachte Köstlichkeiten stehen bereit. Was gibt es Schöneres, als ein herzhaftes Bauernessen zu genießen und dabei das epische Abenteuer Revue passieren zu lassen, das man gerade auf der Mauer erlebt hat?
Adresse: Jiankou Great Wall (箭扣长城) — Xizhazi Dorf
Fun Fact – „Jiankou“ bedeutet „Pfeilkerbe“. Der Name rührt daher, dass die Form des Berggrates hier an die Kerbe am Ende eines Pfeils erinnert.
