Panoramaausblicke und weniger Trubel: die Große Mauer bei Mutianyu 🇨🇳
Ein Spaziergang auf der Chinesischen Mauer steht bei vielen ganz oben auf der Wunschliste – und am Abschnitt Mutianyu kann man dieses Erlebnis mit atemberaubender Bergkulisse und deutlich weniger Andrang genießen als an näher gelegenen Abschnitten bei Peking. Die restaurierte Mauer erstreckt sich hier über rund 2,25 km mit 22 Wachtürmen, sodass Besucher die historischen Befestigungen in Ruhe erkunden können. Viele Reisende schätzen Mutianyu für seine gute Erreichbarkeit (ca. 1,5 Stunden Fahrt von der Pekinger Innenstadt) und die authentische Atmosphäre – die Mauer schlängelt sich durch dicht bewaldete Hügel und strahlt ein besonderes historisches Flair aus.
Die Geschichte von Mutianyu reicht bis in das 6. Jahrhundert (Nördliche-Qi-Dynastie) zurück und damit ist dieser Abschnitt älter als der bekanntere bei Badaling. Die heutige Mauer wurde in den 1560er Jahren während der Ming-Dynastie auf den Grundmauern der Qi-Ära errichtet. Mutianyu diente als nördlicher Schutzwall für die Hauptstadt und die kaiserlichen Gräber. Die Mauer besteht hier vorwiegend aus Granit, ist 7–8 m hoch und 4–5 m breit. Eine Besonderheit dieses Abschnitts sind die Zinnen auf beiden Seiten der Mauer – ein ungewöhnliches Design, das Verteidigung nach beiden Seiten ermöglichte. Außerdem weist Mutianyu eine hohe Dichte an Wachtürmen auf: 22 Türme stehen auf diesem relativ kurzen Stück, darunter ein beeindruckendes Torhaus mit drei Türmen, das einen Pass in den Bergen bewacht.
Nach Jahrhunderten der Verwitterung wurde Mutianyu in den 1980er Jahren umfassend restauriert, um Besuchern als weniger überlaufene Alternative zu Badaling zu dienen. 1988 wurde der erneuerte Abschnitt offiziell für Touristen geöffnet und mit moderner Infrastruktur ausgestattet. Heute ist das Areal hervorragend organisiert: Shuttlebusse bringen die Gäste vom Parkplatz zum Eingang am Fuß des Hügels, und gut ausgeschilderte Wege führen hinauf zur Mauer. (1987 wurde die gesamte Chinesische Mauer einschließlich Mutianyu von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt – ein Beleg für ihren unschätzbaren Wert.)
Ein Besuch in Mutianyu ist sowohl bereichernd als auch vergnüglich. Hinauf zur Mauer gelangt man entweder zu Fuß über einen steilen Pfad oder bequem mit der Seilbahn bzw. dem Sessellift. Die geschlossene Gondelbahn fährt bis in die Nähe von Wachturm 14, der offene Sessellift bis zum Wachturm 6. Oben auf der Mauer erwarten einen weite Panoramaausblicke auf bewaldete Berge, die je nach Jahreszeit ihr Aussehen wechseln – sattgrün im Sommer, leuchtend bunt im Herbst oder märchenhaft verschneit im Winter. Nach dem Erkunden der Wehrgänge und Türme kann man den Abstieg auf besonders spaßige Weise gestalten: über eine Rutschbahn geht es zurück ins Tal! Die 1,6 km lange Edelstahl-Rodelbahn windet sich vom Turm 6 den Berghang hinab. In kleinen Schlitten auf Rädern bestimmen die Besucher selbst das Tempo und sausen talwärts – ein aufregendes Finale, das nicht nur Kindern großen Spaß macht!
Mutianyu ist einer von mehreren für Touristen zugänglichen Mauerabschnitten in der Umgebung Pekings, neben Badaling (dem nächstgelegenen und meistbesuchten) und Jinshanling (weiter entfernt und teils unrestauriert). Viele erachten Mutianyu als die beste Wahl, weil er grandiose Ausblicke bietet und dabei deutlich weniger überlaufen ist. Noch entspannter wird es unter der Woche oder am frühen Morgen – ideal, um Fotos von der Großen Mauer fast ohne andere Besucher zu machen. Die Infrastruktur ist besuchergerecht: Es gibt Toiletten, Imbissstände und Souvenirläden am Eingang und an den Seilbahnstationen. Dennoch sollte man Wasser mitnehmen und bequeme Schuhe tragen, denn auf der Mauer warten etliche Stufen. Ob Geschichtsfans oder Naturliebhaber – Mutianyu beschert allen ein unvergessliches Erlebnis an der Großen Mauer.
Adresse: Mutianyu Great Wall (慕田峪长城) — Dorf Mutianyu, Gemeinde Bohai, Stadtbezirk Huairou
Fun Fact — Mutianyu bietet etwas Einzigartiges: Hier kann man mit einer Rodelbahn von der Großen Mauer hinunterfahren! Sogar der ehemalige US-Präsident Bill Clinton besuchte Mutianyu – er nahm 1998 während seines China-Besuchs die Seilbahn auf diesen Mauerabschnitt.
