Wo die Qing-Kaiser der Sommerhitze entflohen – ein kaiserlicher Garten am See in Peking 🇨🇳
Der Sommerpalast (颐和园) in Peking vereint prächtige Architektur der Qing-Dynastie mit einer idyllischen Naturkulisse. Die Anlage erstreckt sich über rund 3 km², wovon fast drei Viertel aus Wasserflächen bestehen. Im Zentrum liegen der Berg der Langlebigkeit und der Kunming-See, umgeben von geschwungenen Uferwegen, eleganten Brücken und einer endlosen bemalten Wandelgalerie. Inspiriert vom westlichen See in Hangzhou und den südchinesischen Gärten, gilt der Sommerpalast als der am besten erhaltene kaiserliche Garten Chinas und wird auch als „Museum der kaiserlichen Gärten“ bezeichnet:contentReference[oaicite:31]{index=31} – hier stehen über 3.000 historische Bauten und es lagern unzählige Kulturschätze vergangener Dynastien.
Die Anlage wurde 1750 vom Kaiser Qianlong anlässlich des 60. Geburtstags seiner Mutter in Auftrag gegeben und trug ursprünglich den Namen Qingyi Yuan („Garten der klaren Schwingungen“). Als privates Sommerrefugium der Qing-Herrscher bot sie glanzvolle Palastgebäude wie die Halle der Güte und Langlebigkeit sowie romantische Szenerien – etwa die Spiegelung des 17-Bögen-Brücke im See. 1860 jedoch verwüsteten anglo-französische Truppen den Park, und auch 1900 während des Boxeraufstands kam es zu schweren Zerstörungen. Kaiserinwitwe Cixi ließ den Sommerpalast beide Male mit großem Aufwand wiederaufbauen – der Legende nach zweigte sie dafür sogar Gelder ab, die für die Flotte vorgesehen waren. 1888 erhielt der Garten seinen heutigen Namen Yiheyuan, was „Garten der gepflegten Harmonie“ bedeutet. Nach dem Ende der Qing-Dynastie wurde der Palast 1924 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, und 1998 erklärte ihn die UNESCO zum Weltkulturerbe als „Meisterwerk der chinesischen Gartenkunst… ein harmonisches Ensemble von hoher ästhetischer Bedeutung“.
Heute ist der Sommerpalast zugleich ein lebendiges Parkgelände und ein Fenster in die Kaiserzeit. Man kann durch den berühmten Langen Wandelgang (长廊) flanieren – eine überdachte Galerie von 728 m Länge mit über 14.000 farbenfrohen Gemälden, die im Guinness-Buch als längste bemalte Galerie der Welt verzeichnet ist. Auf verschlungenen Pfaden erreicht man den Turm des Buddhistischen Weihrauchs auf dem Gipfel des Longevity-Hügels, von dem sich ein Panorama auf die goldglänzenden Dächer und den weiten See eröffnet. Im Sommer laden Drachenboote zu Fahrten über den Kunming-See ein – zur marmornen Steinboot-Pagode und zur Insel Nanhu mit ihren Tempeln. Im Winter verwandelt sich der Palast in ein Märchen aus Eis und Schnee: Pagoden und Brücken tragen eine weiße Haube und der zugefrorene See wird zu einer natürlichen Eisbahn. Jedes Jahr um die Wintersonnenwende taucht die untergehende Sonne die 17 Bögen der großen Brücke in ein spektakuläres goldenes Licht.
Adresse: Sommerpalast (颐和园) — No. 19 Xinjian Gongmen Lu, Haidian, Beijing
Fun Fact – Der Lange Wandelgang im Sommerpalast hält den Guinness-Weltrekord als längste überdachte bemalte Galerie der Welt. Seine Holzsäulen und Querbalken sind mit tausenden kunstvollen Malereien geschmückt – von Szenen aus chinesischen Legenden bis zu farbenfrohen Landschaften. Daher gilt dieser Korridor auch als ein „Freilichtmuseum“ der traditionellen chinesischen Malerei.
Direkt außerhalb des Osttors befindet sich das Aman Summer Palace Hotel, untergebracht in ehemaligen Hofgebäuden, die einst als Gästequartiere des Kaisers dienten. Dieses Luxus-Boutiquehotel (eröffnet 2008) bietet seinen Gästen sogar einen privaten Zugang zum Palastpark. Ein Aufenthalt dort ermöglicht es Reisenden, das kaiserliche Refugium einmal nach Schließzeit in aller Ruhe zu erleben – ein einzigartiges Erlebnis, das historischen Charme mit modernem Fünf-Sterne-Komfort vereint.
