Ein kaiserlicher Tempel unter azurblauem Dach 🇨🇳
Der Himmelstempel in Peking ist ein weiträumiger kaiserlicher Kultkomplex aus der Ming-Dynastie, in dem die Kaiser der Ming- und Qing-Zeit Himmelsopfer darbrachten und für reiche Ernten beteten. Das zentrale Gebäude ist die dreistöckige, runde Gebetshalle für gute Ernte mit ihrem leuchtend blauen Dach. Der Tempel wurde 1420 erbaut und orientiert sich am alten chinesischen Weltbild: „Der Himmel ist rund, die Erde ist quadratisch.“
In der Anlage ist der nördliche Teil rund und der südliche Teil quadratisch angelegt. Die Gebetshalle thront auf einer riesigen dreistufigen Marmorterrasse. Südlich davon liegt der Runde Altar (圜丘坛), eine offene Kreispergola, auf der der Kaiser zu Wintersonnenwende stand, um seine Gebete auf dem „Himmelstein“ zu flüstern – ein Geräusch, das um den ganzen Altar herum widerhallt. Etwas nördlich liegt das Kaiserliche Himmelsgewölbe (皇穹宇) mit seiner berühmten „Echowand“: Ein Flüstern an der Wand ist auf der gegenüberliegenden Seite deutlich zu hören.
Das Tempelgelände erstreckt sich über etwa 270 Acres (ca. 110 Hektar) Land, einer der größten historischen Parks Pekings. Abseits der Schreine und Altäre gibt es weitläufige Gärten mit alten Kiefern. Morgens füllt sich der Park mit Einheimischen, die hier Tai-Chi-Übungen machen, tanzen oder musizieren. Weite Marmortreppen und Brücken (z. B. die Danbi-Brücke) verbinden die einzelnen Tempelteile und verstärken das Gefühl eines Aufstiegs in Richtung Himmel.
Die Südeingänge des Himmels-Tempels sind nur wenige Gehminuten von Tien’anmen (dem Tor zur Verbotenen Stadt) entfernt, etwa 2,5 km nördlich an der Pekinger Zentralachse. Deshalb lässt sich der Besuch dieses friedlichen Parks gut mit einem Spaziergang zu den zentralen Sehenswürdigkeiten (Platz des Himmlischen Friedens, Verbotene Stadt) verbinden.
Adresse: Tempel des Himmels (天坛) — No.1 Tiantan Road
Fun Fact: Die Halle für Gebete um gute Ernte wurde komplett aus Holz errichtet, ganz ohne Verwendung von Nägeln.
