Wie ein kaiserlicher Palast in Peking zum Nationalmuseum wurde 🇨🇳
Als beeindruckendes UNESCO-Welterbe im Herzen Pekings begeistert die Verbotene Stadt Besucher mit gewaltiger kaiserlicher Architektur und imperialer Pracht. Einst war dieser ummauerte Palastkomplex aus dem 15. Jahrhundert dem Volk streng verschlossen, heute ist er als Palastmuseum für alle zugänglich.
Die Verbotene Stadt wurde von 1406 bis 1420 erbaut und diente fast 500 Jahre lang als Wohn- und Regierungssitz für 24 Kaiser der Ming- und Qing-Dynastien. Über Jahrhunderte war sie das Zuhause der Kaiserfamilie und das zeremonielle sowie politische Zentrum Chinas. 1987 wurde der Palast als erstes Kulturdenkmal Chinas in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen, in Anerkennung seiner herausragenden historischen und architektonischen Bedeutung.
Mit einer Fläche von 720.000 m² (72 ha) und rund 980 Gebäuden ist die Verbotene Stadt die größte Palastanlage der Welt. Ihre Anlage folgt strikt der Nord-Süd-Achse nach den Prinzipien des Feng-Shui: Im äußeren Hof (Süden) liegen weite Höfe und gewaltige Zeremonialhallen, während der innere Hof (Norden) ruhigere Wohnhöfe und Gärten beherbergt. Charakteristische rote Mauern, goldglänzende Dächer und kunstvolle Drachenmotive verkörpern die Majestät der chinesischen Palastarchitektur.
Seit 1925 ist der einst verbotene Palast ein öffentliches Museum. Das Palastmuseum beherbergt heute über 1,8 Millionen Kunstwerke und Artefakte aus den kaiserlichen Sammlungen. In den historischen Sälen sind unbezahlbare Schätze ausgestellt – von Gemälden, Kalligraphien, Porzellan und Jade über Bronzewaren und Seidengewänder bis zu kunstvollen Uhren und Möbeln aus der Kaiserzeit. Besondere Ausstellungen wie die Schatzgalerie und die Uhrensammlung zeigen die kostbarsten Objekte der Ming- und Qing-Zeit.
Mit jährlich rund 15–17 Millionen Besuchern gehört die Verbotene Stadt zu den meistbesuchten Museumsorten der Welt. Entsprechend groß ist der Andrang: Pro Tag sind maximal 80.000 Besucher zugelassen, und Eintrittskarten müssen im Voraus online (mit Ausweisangabe) gebucht werden. Um die größten Menschenmengen zu umgehen, empfiehlt sich ein Besuch gleich zur Öffnung oder am späten Nachmittag. Montags ist der Palast geschlossen. Bequeme Schuhe sind ein Muss angesichts der langen Wege durch die weitläufigen Höfe. Nach der Besichtigung lohnt sich der Aufstieg auf den Hügel im Jingshan-Park nördlich des Palastes – er bietet einen grandiosen Blick auf die goldenen Dächer der Verbotenen Stadt.
Adresse: Forbidden City (故宫) — 4 Jingshan Front Street
Fun Fact — Der Legende nach besaß die Verbotene Stadt einst 9.999 Räume, um himmlische Vollkommenheit zu symbolisieren; moderne Zählungen kommen jedoch auf etwa 8.700 Räume.


