Das Deutsche Viertel nimmt ein kompaktes Gebiet im Zentrum Qingdaos ein, begrenzt von Zhongshan-, Jiangsu- und Jiaozhou-Straße. Kopfsteinpflaster, kleine Plätze und enge Gassen erzeugen die Atmosphäre einer europäischen Stadt des frühen 20. Jahrhunderts – nur die chinesischen Schilder erinnern daran, wo man ist. Dutzende Gebäude aus der Kolonialzeit sind erhalten: ehemalige Behörden, Schulen, Banken und Wohnvillen.
Heute beherbergen viele davon Cafés, Läden und Galerien, sodass sich das Viertel für einen gemächlichen Spaziergang mit Pausen eignet. Sehenswert ist das ehemalige Pfarrhaus von 1908 neben der St.-Michaels-Kathedrale: ein dreistöckiger Backsteinbau mit spitzem Dach, einst Residenz der Geistlichen der katholischen Mission. Heute sind dort Büros untergebracht, man sieht es also nur von außen, doch das Äußere ist nahezu unverändert.
Praktische Tipps: Das Viertel ist frei zugänglich und kostenlos; die Architektur kommt bei Tageslicht am besten zur Geltung. Planen Sie 1–2 Stunden ein und verbinden Sie den Rundgang mit der St.-Michaels-Kathedrale. Bequeme Schuhe sind wegen des Kopfsteinpflasters ratsam. Als Kontrast empfiehlt sich anschließend die Fushan-Bucht, wo seit Ende der 1990er-Jahre die ersten Wolkenkratzer der Stadt entstanden.






