Die Zhongshan-Straße liegt nur wenige Schritte von der St.-Michael-Kathedrale entfernt. Angelegt 1897 während der deutschen Besatzung, war sie die Hauptgeschäftsstraße des deutschen und später japanischen Qingdao, mit Banken, Läden und Hotels. Der Südteil war das europäische, der Nordteil das chinesische Viertel. 1929 wurde sie zu Ehren Sun Yat-sens umbenannt und galt einst als Gegenstück zur Nanjing Road in Shanghai und zur Wangfujing in Peking. Heute ist sie weiterhin zentral, mit restaurierten Fassaden, Schaufenstern und Cafés, tagsüber wie abends belebt.
Besucher loben die gut erhaltene europäische Architektur, den Blick durch die Seitenstraße auf die St.-Michael-Kathedrale und die abendliche Stimmung nahe der Pier. Unterwegs liegen traditionsreiche Geschäfte wie das Restaurant Chunhelou und die Apotheke Hongrentang, zahlreiche Stände mit getrockneten Meeresfrüchten und die Imbissgasse Pichaiyuan. Einige empfehlen, hier Meeresfrüchte und lokale Küche zu essen, da es günstiger ist als in den Touristengebieten. Andererseits merken viele an, dass die Straße an Bedeutung verloren hat, seit sich das Zentrum nach Osten verlagert hat, manche Kaufhäuser leer wirken und Souvenirläden Sonnenbrillen, Muscheln und beliebigen Touristenkram verkaufen.
Am besten von Süd nach Nord gehen: von der Zhanqiao-Pier an der Kathedrale vorbei bis Pichaiyuan. Die Straße ist jederzeit zugänglich und kostenlos; planen Sie 1–3 Stunden ein, je nachdem, wie viel Sie essen und einkaufen. Am stimmungsvollsten ist der Abend. Für einen kurzen Aufenthalt empfiehlt der Reiseführer, hier zu übernachten, nahe der Kathedrale oder an der Zhongshan-Straße, mit der Altstadt in Gehweite.
Wer die Straße selbst arm an Sehenswürdigkeiten findet, nutzt sie als Verbindung zwischen Pier, Kathedrale und Seitengassen und konzentriert sich aufs Essen statt auf Souvenirs.






